Wegsehen oder Verdrängung der Vernunft

Zur Zeit erleben wir, wie Staaten Schwierigkeiten haben, Kredite aufzunehmen. Nicht Kredite zur Belebung der eigenen Wirtschaft, nein, nur zum Bedienen der über alle Maßen angewachsenen Zinsen auf ihre Schulden. Schulden werden mit neuen Schulden vergrößert, höhere Kredite für höhere Zinsen erforderlich.
Also ist Sparen angesagt, die Staaten ziehen sich als Auftraggeber zurück und dennoch soll die Wirtschaft wachsen.
Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch noch immer weiter auseinander.
Wissen tun das alle, aber wer und wieviele können dagegen etwas unternehmen?
Oder ist Wegsehen angesagt?

Vor drei Jahren veröffentlicht der Präsident der deutschen Marketingvereinigung Rudolf Bossle sein Buch „Wohlstand durch Wachstum ohne Weiterverschuldung“. Seine Forderung: „Es ist Aufgabe der demokratischen Staatsform, Voraussetzungen zu schaffen, dass in Verbindung mit einer neuen Wirtschaftstheorie eine völlig neue Weltwirtschaftspolitik gemacht wird.“

Vor einem Jahr veröffentlicht Angelika Zahrnt „Postwachstumsgesellschaft: Neue Konzepte für die Zukunft.“ Mit Hilfe verschiedener Autoren zeigt sie die systemischen Zwänge auf, die uns am Wachstumspfad festhalten lassen, und stellt alternative Entwicklungsmöglichkeiten für eine Gesellschaft vor, die nicht auf Wachstum angewiesen ist – für eine Gesellschaft, in der es sich auch ohne Wachstum gut leben lässt.

Frischaufgelegt und sofort ausverkauft ist das Buch „Wohlstand ohne Wachstum“ des englischen Professors für nachhaltige Entwicklung Tim Jackson. Dass es in einer endlichen Welt kein unendliches „Mehr“ geben kann, sagt er, ist eine zutiefst unbequeme Botschaft.

Was muss passieren, dass Botschaften nicht nur gehört werden, sondern dass eine ökologische und nachhaltige Politik den Anforderungen für eine lebenswerte Zukunft auch nachkommt? Biotelie weist über das Tagesgeschäft und den verengten Blickwinkel auf eine Wiederwahl mit ihren Verfahren hinaus.

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Ein Gedanke zu „Wegsehen oder Verdrängung der Vernunft

  1. Guten Tag,
    Sie zitieren Rudolf Bossle und sein Buch “Wohlstand durch Wachstum ohne Weiterverschuldung”. Als Verleger des Buches danke ich Ihnen herzlich dafür! Allgemein erfährt das Buch leider viel zu wenig Aufmerksamkeit, obwohl oder gerade weil es höchst interessante Thesen aufwirft, wie z.B. die Orientierung an einem transcendenten Höchstwert oder auch der Schließung der Schere zwischen Arm und Reich.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Peter Kern

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